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Dr. Elmar Basse. - Psychologische Praxis für Beratung, Coaching und Therapie. Paartherapie, Eheberatung, Partnerschaftsberatung. Glockengießerwall 17, 20095 Hamburg, Tel. 040-33313361 ww.pp-praxis.de www.hamburg-eheberatung.de www.partnerschaftsberatung-eheberatung.de
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Kapitel 1
Regeln und Erwartungen – was sind ”berechtigte Erwartungen”?
In Diskussionen und Streitgesprächen, wie es sie im Beziehungsalltag, und auch in Eheberatung und Paartherapie, gibt, geht es um ”Enttäuschungen”. Der eine hat durch sein Tun oder Lassen dem anderen eine Enttäuschung bereitet: ‘Er hätte sich anders verhalten sollen ...’ ‘Warum hast du das (nur) getan?’
Enttäuscht worden sind Erwartungen, die man an den anderen hat. Genauer solche, die für berechtigt gehalten werden. Was aber sind berechtigte Erwartungen?
Wir alle bewegen uns in einem Feld zwischen Freiheit und Normierung. Oder anders formuliert: Es gibt einen Bereich von Regeln, die unsere Freiheit einschränken. So daß wir wissen, daß wir frei sind zu handeln, solange wir einige Grenzen beachten.
Das kennen wir schon von den 10 Geboten, die zum einen Verbotsregeln sind (man soll nicht lügen oder stehlen), jedoch auch einige Ziele setzen, die positiv zu erreichen sind (man soll Vater und Mutter ehren).
Auch das vom Staat erlassene Recht engt den Handlungsspielraum ein, des weiteren ”informelle” Regeln, wie z.B. die Höflichkeit, oder - in Ehe und Partnerschaft - einige spezielle Regeln, die für die Partner wichtig sind.
Das führt dann zu einer bestimmten Sprechweise, die Handlung, Regel und Bewertung verknüpft. So sagt man zum Beispiel: ”Ich hab dir Blumen mitgebracht ... weil ich dich liebe.”
Damit ist dann zum einen gesagt, daß sich die Liebe (auch) im Blumengeschenk zeigt. Woraus der Beschenkte leicht eine Erwartung ableiten kann: ‘Wenn er mir Blumen schenkt, liebt er mich also.’ Oder als Regel formuliert: Blumen zu schenken heißt Liebe zu zeigen. Was aber, wenn er demnächst keine mehr schenkt - liebt er den anderen dann vielleicht nicht mehr?
Auch außerhalb der Paarbeziehung deuten wir alle unser Handeln im Lichte bestimmter Erwartungen. Wir bieten den anderen Deutungen an, die nahelegen, daß wir ein ”anständiger Bürger” sind.
So sagt der Zeuge vor Gericht, er habe soeben die Wahrheit gesprochen, weil man doch nicht lügen dürfe. Er habe sich also an dieser Regel orientiert, sie sei für sein Handeln maßgeblich.
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