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Dr. Elmar Basse. - Psychologische Praxis für Beratung, Coaching und Therapie. Paartherapie, Eheberatung, Partnerschaftsberatung. Glockengießerwall 17, 20095 Hamburg, Tel. 040-33313361 ww.pp-praxis.de www.hamburg-eheberatung.de www.partnerschaftsberatung-eheberatung.de
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Unser Thema sind Streit-Gespräche, wie wir sie alle zuweilen erleben, am Beispiel des ”Monitor-Skandals” (S. 3) noch einmal kurz zusammengefaßt:
Zwar hat Klaus Bednarz, der Moderator, gegen keine Gesetze verstoßen, doch heißt das ja noch lange nicht, daß sein Verhalten auf Akzeptanz stoßen muß. Statt dessen drohen Sanktionen von denen, die sich von Bednarz enttäuscht fühlen. Genauer:
Die Kritiker, die sich nun negativ äußern, artikulieren Vorwürfe (”so was darf man doch nicht machen”, ”was erlaubt denn dieser Mann sich”). Es sind empörte Vorwürfe, die aber nicht einfach im Raum stehen bleiben.
Vielmehr wird der Kritisierte (der vermeintliche Delinquent) zur Stellungnahme ”eingeladen”. Er soll/ darf sich nun seinerseits äußern.
Und dabei ist die Streitfrage, ob der Beschuldigte (hier nämlich Bednarz) tatsächlich falsch gehandelt hat oder seine Kritiker ihrerseits falsche Erwartungen an ihn haben, ihn also zu Unrecht beschuldigen.
In einem allgemeineren Sinne, auch für Eheberatung und Paartherapie: Gesucht wird eine Antwort darauf, wie sich der andere verhalten soll oder darf. Und aus dessen Sicht gesehen: welche Erwartungen sein Partner an ihn richten soll oder darf.
Hat der empörte Partner recht – dann hat der Beschuldigte wohl falsch gehandelt.
Hat der beschuldigte Partner recht – dann hat der Kritiker seinerseits unrecht, hat unangemessene Ansprüche bzw. sich getäuscht oder sich im Ton vergriffen ...
Wenn wir die Thematik so formulieren, wird ohne weiteres einsichtig: Die Suche nach Antworten dürfte wohl kaum sehr entspannt verlaufen. Die Resultate des Streitgesprächs werden nämlich Folgen haben, sie sind mit ”sozialen Kosten” verbunden:
Wenn ich mit meiner Kritik falschlag, kommt die Aufgabe auf mich zu, die Vorwürfe zurückzunehmen und eine Versöhnungsgeste zu zeigen (oder zumindest zu akzeptieren). – Wenn ich mit meiner Kritik recht habe, dem anderen also seinen Fehler nachweise, so kommt die Aufgabe auf ihn zu, ein ”reumütiges Verhalten” zu zeigen.
Die typische Hitzigkeit des Gesprächs ergibt sich aus dieser Konstellation. – Natürlich kann in der Eheberatung der eine vom anderen erwarten, daß er seine Fehler zugibt. Nur sieht er sie auch tatsächlich als Fehler?
Wenn er vorschnell Reue zeigt, ist es dem ”Kritiker” auch nicht recht. Denn der beschuldigte Ehepartner soll seinen Fehler ”einsehen”.
Dabei wird oft unterstellt, es gebe nur eine richtige Deutung, und zwar diejenige des Kritikers. Daraus speist sich ja seine Empörung, für ihn ist der Fall ganz klar. Das einzige, was ihm unklar ist, das ist der Widerstand des Partners. Warum sieht er den Fehler nicht ein?
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